Loading...

Reeperbahn und Hafenstrasse – 09.11.2025

Heute war das ArztMobil auf der Reeperbahn und in der Hafenstraße unterwegs. Es waren unglaublich viele Menschen da. Mehr, als wir erwartet haben. Bei der Essensausgabe war der Andrang heute enorm. Man merkt, wie groß der Bedarf derzeit ist.

Viele kamen mit Schmerzen und offenen Wunden, besonders an den Füßen. Nasse Schuhe, lange Wege, keine Möglichkeit, sich auszuruhen oder etwas zu wechseln, wie Socken und Schuhe. Der Alltag auf der Straße hinterlässt Spuren, die weh tun.
Besondersin Erinnerung geblieben ist uns heute ein Mann, der seit zwei Jahren obdachlos ist. Seine Geschichte beginnt nicht mit Armut, sondern mit Verlust. Seine Frau war schwer an Krebs erkrankt, und er hat sie bis zuletzt begleitet. Ihr Tod hat ihm den Boden unter den Füßen weggerissen. Trauer, die zu groß war, um sie alleine zu tragen. Alkohol wurde zum Halt, bis er keiner mehr war. Am Ende blieb nur noch die Straße.
Solche Begegnungen erinnern uns daran, dass hinter jedem Schicksal ein Mensch steht, mit Hoffnung, Schmerz, Erinnerungen. Und dass niemand freiwillig dort landet, wo wir ihn heute antreffen.
Heute waren wir nicht nur medizinisch da, sondern einfach als Menschen.
Mit offenen Augen!
Mit offenen Ohren!
Mit Zeit!
Und mit Respekt!
Wer die Not sieht muss handeln!

Heute im Team Essenverteilung:
Mirja, Uta und Oksana

Im Team ArztMobil:
Jan, Tom, Luka und Diana