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Reeperbahn und Hafenstrasse – 21.06.2026

Endlich hat der Sommer auch in Hamburg Einzug gehalten.
Wir freuen uns fast alle sehr darüber, aber für Menschen, die auf der Straße leben, wird die Hitze schnell gefährlich.
Sie haben keinen freien Zugang zu Wasser, um ausreichend zu trinken oder sich mal abkühlen zu können.
Oft finden sie keine schattigen Plätze und sind ohne Schutz der Hitze ausgeliefert.
Der Andrang bei der Verteilung von Obst und Broten war enorm, und die 200 Flaschen Wasser waren schnell vergeben.
Durchgeschwitzte Kleidung und mangelnde Duschmöglichkeiten reizen die Haut und erschweren die Heilung von offenen Wunden, was das Infektionsrisiko stark erhöht.
Die Wunden, mit denen viele eh zu kämpfen haben, verheilen bei den hohen Temperaturen noch schlechter, und wir hatten alle Hände voll zu tun, diese so gut wie möglich zu versorgen.
Viele unserer Patienten klagten außerdem über Kopfschmerzen und Kreislaufprobleme.
Viele Obdachlose leiden an chronischen Krankheiten. Hitze belastet das Herz-Kreislauf-System zusätzlich.
Zwischendurch mussten wir einen unserer Patienten leider auch ins Krankenhaus einliefern lassen. Er ist neben seiner Alkoholsucht zusätzlich noch Diabetiker, und man hatte ihm vor ein paar Tagen unter anderem sein Insulin gestohlen. Er war in keinem guten Zustand und letztendlich sehr erleichtert, dass wir uns um seine weitere Versorgung kümmern konnten.
Bei diesen Temperaturen kühlen sich Straßen und Betonflächen nachts kaum ab. Dies führt zu Schlaflosigkeit, extremer Erschöpfung und erhöhtem psychischen Stress.
Aber wir sind da, zumindest für einen kleinen Teil der vielen Menschen, die in Hamburg auf den Straßen versuchen, zu überleben.
Heute waren Yue, Laura, Tom und Mirja im Einsatz. Bei der Essenverteilung hat Okxana geholfen und mit uns, wie immer auf der Reeperbahn, auch die Elmshorner Suppenhühner.